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Wenn das Ende zum Anfang wird | the pukkanakka project

Wenn das Ende zum Anfang wird

16. Januar 2016
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Der Beginn einer Reise ist für mich immer was Besonderes. Ich liebe diesen Moment, wenn ich ins Auto steige, in den Zug oder in den Flieger. Dabei ist es egal, ob es für ein Jahr in Spanien ist oder für ein Wochenende in Jesolo. Ich mag dabei das Gefühl, dass es losgeht, das sich was bewegt und vor allem ich mich bewege. Es ist nicht das erste Mal, dass ich mich zu einem anderen Ort aufmache. Dieses Mal fühlt sich der Start aber irgendwie anders an. Nicht nur, weil es meine erste große Backpacker-Reise ist. Nicht nur, weil ich als Frau alleine durch Südamerika reisen werde und jeder dem ich das erzählt habe, nur meinte: „Boah, pass bitte auf dich auf, Mädel!“ Vor allem ist es ein eigenartiges Gefühl, auf unbestimmte Zeit zu reisen, ohne fixe Route und ohne Rückflugticket. Ich bin voller Vorfreude, voller Erwartungen. Und mein Rucksack? Schwerer als geplant.

Die ersten zwei Wochen lang begleitet mich meine Freundin Sarah, und darüber bin ich unglaublich froh. Der Schiss vor dem eigenen Mut hat kurz vor Start so richtige Hochphasen. In den letzten Nächten vor Abfug kann ich kaum schlafen, weil ich noch hundert Dinge erledigen will (oder muss) und Angst habe, irgendwas zu vergessen. Als Sarah und ich uns um 2 Uhr morgens in Bozen treffen, um mit dem Bus zum Flughafen nach München zu fahren, sind wir beide hundemüde, aber auch etwas aufgeregt. Ich habe mich gar nicht erst hingelegt, habe die letzten paar Stunden noch die Dinge erledigt, die ich schon längst hätte machen sollen (und die ich ja nicht vergessen wollte). Dokumente kopieren, einscannen usw. Also wichtiges Zeug. Wie immer, alles im letzten Moment.

Die Busfahrt ist wie ein schlechter Traum. Wir dösen ein, wachen auf, haben kalte Füße während die Heizung auf den Kopf brennt und da wir ganz hinten sitzen, werden wir ordentlich durchgeschüttelt. Wir kommen viel zu früh am Flughafen an und müssen noch drei Stunden rumkriegen bis wir einchecken können. Flughäfen haben in der Nacht oder am frühen Morgen eine eigenartige Atmosphäre. Sobald wir das erste offene Kaffee sehen, stürzen wir rein, denn genau das brauchen wir ganz dringend: Kaffee!

Abflug aus München

Es geht für uns von München über Madrid und Buenos Aires nach Ushuaia. Als wir in Madrid umsteigen, hängt sich ein junger Typ aus Ingolstadt an uns dran- er hat wohl mitbekommen, dass wir auch nach Buenos Aires fliegen. Während Sarah und ich was essen, hören wir gefühlte hundert Male seine Geldgeschichten (Geld abheben, Spesen, ausländische Währung, Schulden). Sorry, guter Mann, aber das ist mir grade einfach nur WUASCHT. Ich bin müde und ich habe keine Lust, mit wildfremden Menschen über deren Geldprobleme zu reden. Aber ok, strange travel partner number one. Wieviel Wartezeit bleibt noch…???

 

 

 

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Als wir in Buenos Aires ankommen, kann ich es nicht fassen. Ich bin tatsächlich in Südamerika! Und Argentinien begrüßt uns auch gleich freundlich mit einem tollen Sonnenaufgang. Buenos días, Buenos Aires! Als uns der Typ wieder im Gate entdeckt, stürmt er auf uns zu: „ Hey Mädels, die Stewardessen haben mir was zu Essen gebracht im Flieger. Ich habe gar nichts bestellt oder bezahlen müssen, die haben das einfach gebracht!“ Herrlich. This just made my day.

Der Flug nach Ushuaia dauert auch nochmal 3,5 Stunden- Argentinien ist einfach riesig. Die Landung auf einer kleinen Halbinsel vor Ushuaia ist ziemlich durchgerüttelt, der Wind hier hat es in sich. Die Stadt liegt am Beagle Channel und ist umgeben von schneebedeckten Bergen. Nach fast 40 Stunden on the road sind wir endlich angekommen. Ein langer Weg, aber es ist schließlich das Ende der Welt.

DSC00070  Wir warten am Miniflughafen ewig auf das Gepäck, und befürchten schon das Schlimmste, aber zum Glück tauchen unsre Rucksäcke doch irgendwann auf. Wir fahren zum Hostel um unsre Rucksäcke abzugeben, und gehen gleich zum Hafen. Es ist verdammt windig hier, aber die Lichtstimmung ist genial. Jetzt heißt es durchhalten bis am Abend, obwohl wir ziemlich fertig sind.

Unser erstes Ziel ist natürlich das Schild, das beweist dass wir jetzt tatsächlich am Ende der Welt angekommen sind. Ushuaia gehört zu Feuerland, der größten Insel Südamerikas, die sich Argentinien und Chile teilen. Warum das Ende der Welt genau hier sein soll? Ushuaia bezeichnet sich selber schon eine Weile als „Fin del mundo“ und gilt heute als südlichste Stadt der Welt. Hier ist natürlich Definitionsfrage, was eine Stadt ist und wie es zum Beispiel mit Punta Arenas oder Puerto Williams auf der chilenischen Seite ist. Ushuaia jedenfalls ist bekannt als „the southernmost city of the world“ mit leicht über 70.000 Einwohnern, Puerto Williams begnügt sich mit „the southernmost town of the world“ (knapp 3.000 Einwohner).

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Genau hier, am sogenannten „Fin del mundo“ startet also mein Abenteuer durch Südamerika. Warum soll ein Ende schließlich nicht auch ein Anfang sein können?DSC00094

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1 Comment

  • Reply Sarah 9. März 2016 at 15:29

    Diese Zeilen bringen so schöne Erinnerungen auf! <3

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